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Besser grüne IT statt grauem Controlling-Oldie!

Von – 19.10.10 – Kategorien: Allgemein,IT

„Green IT“ ist ein angesagtes Schlagwort der Technikbranche. Es meint den umwelt- und ressourcenschonenden Einsatz von PCs, Servern, Softwarelösungen und anderen technologischen Produkten – und bringt auch der Immo-Wirtschaft Effizienz.

Wir schimpfen über sie, aber nichts geht ohne elektronische Datenverarbeitung. Ja, und ganz ehrlich: Vieles geht sogar besser! Der effektive Nutzen von professionellen Lösungen setzt sehr früh ein – mit weitreichenden, positiven Konsequenzen. Beispiel Virtualisierungssoftware, ein sehr probates Mittel der Green-IT. Nach einer Studie des IT-Unternehmens IBM sind nur zehn bis 15 Prozent der Zentralrechner in Firmen ausgelastet. Höchstens zu Spitzenzeiten werden sie voll beansprucht. Ansonsten bleiben sie ungenutzt, erzeugen aber hohe Betriebskosten. Moderne Virtualisierungslösungen erhöhen jedoch die Kapazität der einzelnen Server. Folge: Jetzt laufen völlig unterschiedliche Programme, die sonst je auf eigenen Rechnern betrieben werden, im Idealfall nur auf einem einzigen Server. Überflüssige Rechner lassen sich abschalten, die Stromkosten sinken drastisch.

Solch ressourcenschonendes Agieren spielt vor allem in der Bau- und Immobilienbranche eine immer wichtigere Rolle. Einerseits weil der Gesetzgeber beständig neue Vorschriften in dieser Richtung erlässt, zweitens aber, weil nachhaltige Informationstechnologie auch den charmanten Effekt -aufweist, dass sie Kosten und Aufwände minimiert. Ein -gutes Beispiel ist die Wien Holding AG. Der Auftrag der Stadt Wien an die Unternehmung lautet: die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Wien und die Attraktivität des Lebensraumes Stadt durch neue Projekte voranzutreiben. Sei es im Immobilien- und Logistikbereich, in den sogenannten Cultural Industries, im Wohn- und Freizeitsegment sowie in nachhaltigen Umwelt- und Umwelttechnologiemaßnahmen und bei neuen Medien.

Sicher eine der größten Herausforderungen innerhalb dieser vielfältigen Aufgaben ist somit die Komplexität der Prozesse. „In die Aufgaben unseres Unternehmens sind die verschiedensten Projektpartner und -steuerer, Bauherren, Beteiligte der örtlichen Bauaufsicht oder auch Planer involviert. Diese ständig auch wechselnde Vielfalt stellt hohe Ansprüche an unsere Arbeit“, erläutert Stephan Barasits die Rahmenstruktur seiner Projektarbeit. Er ist seit 2005 in verschiedenen Geschäftsführer-Positionen im Konzern der Wien Holding tätig und leitet die Immobilienabteilung. Und um die komplexen Prozesse effektiver und nachhaltiger zu steuern, entschied sich die Holding für einen internetbasierten Projektraum (conjectPM) des gleichnamigen Münchner Software-unternehmens. Barasits: „Wir haben mit einem conject-Projektraum gewissermaßen einen ersten Test begonnen. Dabei ging es um die Einführung einer Projektmanagement-Plattform für die Abwicklung von Projekten innerhalb der Wien Holding. In knapp sechs Wochen war der webbasierte Raum bereits voll funktionsfähig, und wir haben schnell gemerkt, wie sinnvoll es ist, wenn möglichst alle Projektbeteiligten conjectPM nutzen: Miss-verständnisse und Planungsfehler werden weniger, Abstimmungsprozesse lassen sich schneller abwickeln.“

Nachdem der erste Schritt mittels conjectPM raschen Erfolg zeigte, setzt die Wien Holding für den Wirtschaftspark Breitensee (mit 25.000 m2 Nutzfläche) nun ein zusätzliches Software-Modul (conjectCM – Commercial Management für Immobilien) ein.

Mehrdimensionale Kostenstrukturierung

So macht dieses Softwaretool im Projekt Breitensee ein ausführliches Kostenmanagement möglich. Die Basis bildet dabei eine mehrdimensionale Kostenstrukturierung, die Kosten lassen sich nach Önorm B 1801, nach Gewerken und nach Nutzungsarten strukturieren. Nach diesen Strukturen kann das Unternehmen anschließend die Kosten auf Knopfdruck auswerten – ein wesentlicher Positiv-effekt. Denn: „Die Kostenstrukturen sind für uns nun übersichtlicher und nachvollziehbarer geworden“, sagt Stephan Barasits. Dies liegt auch daran, dass im Gegensatz zu früher üblichem Excel-Einsatz falsche Verknüpfungen oder Summenbildungen eliminiert werden, sich Planungsfehler deutlich mindern und potenzielle Konflikte früher erkennen lassen. Ressourcenverbräuche lassen sich somit besser steuern, die Planung wird tiefgreifender.

Zweites Beispiel: das Unternehmen Wien 3420 Aspern Development AG und das nachhaltige Controlling mittels conject. Zur Aggregierung ihrer Projekte setzte die Aspern Development geraume Zeit auf den „Controlling Oldie“ Excel – mit den hinlänglich bekannten Konsequenzen: hoher manueller Aufwand inklusive des damit einhergehenden Risikos von Fehleingaben und -berechnungen. Für Peter Scheich, Controlling-Chef der Wien 3420 AG, stand deshalb nach einer intensiven Evaluierung des Marktes der Einsatz eines professionellen Tools fest, „weil wir für die Flächenentwicklung eine Software benötigen, welche komplexe kaufmännische Prozesse lückenlos unterstützt und nachvollziehbar dokumentiert“.

Kosten verursachungsgerecht aufteilen

Wobei vor allem die lückenlose Unterstützung für die Seestadt von immenser Bedeutung ist. Deshalb galt für die neue Software die Pflicht, die Kosten verursachungsgerecht auf einzelne Bauflächen aufteilen zu können. Dabei werden unterschiedliche prozentuale Verteilungsschlüssel und Verteilungsgrundlagen verwendet, beispielsweise für Gewerbe die Quadratmeteranzahl der Liegenschaftsfläche und für Wohnen die Quadrat-meteranzahl der Nettonutzfläche. Neben den Änderungen im zeitlichen Ablauf müssen auch inhaltliche Änderungen im Sinne von Umnutzungen berücksichtigt werden können. Die Herausforderung dabei: „Durch die abwechselnden Nutzungsarten entstehen unterschied-liche Kostenarten. Mit dem Controlling-Tool müssen wir aus diesem Grund ,Kostenwahrheit‘ herstellen können“, erläutert Peter Scheich. Durch die verursachergerechte Kostenzuordnung auf einzelne Bauflächen, lassen sich grundsätzliche betriebswirtschaftliche Optimierungen vornehmen: Aufwände verringern sich, das Unternehmen hat die Kosten besser im Griff und kann frühzeitig steuernd eingreifen; es bekommt also Planungs- und Budgetsicherheit. Durch die Kenntnis, was das einzelne Baufeld tatsächlich gekostet hat, haben Bauherren und Planer die beste Grundlage für ihre Entscheidungen. Sie haben – in Summe – eine aktive Steuerungsmöglichkeit im Gesamtprojekt.

Es wäre fahrlässig

„Erfolgreiches Controlling für erfolgreiche Unternehmen muss sich jetzt mit Fragen der Nachhaltigkeit -befassen“, konstatiert Siegfried Gänßlen, Vorsitzender des Internationalen Controller Vereins, in einem Artikel der Financial Times Deutschland und bringt damit die Strategie von Peter Scheich und seinem Team auf den Punkt. Denn angesichts der geplanten Fertigstellung im Jahr 2028 und der Planung des Gesamtprojektes in vier Phasen wäre es nahezu fahrlässig, eine Aggregation der Kennzahlen zu betreiben, die sich eben nicht dynamisch an die jeweilige Entwicklung eines individuellen Bauabschnitts anpassen ließe. „So sind wir aber in der Lage die unterschiedlichsten Businessplanvarianten zu kalkulieren, wir erreichen damit eine viel bessere Nachvollziehbarkeit bei den Kostenstrukturen und wissen einfach mehr über den Entwicklungsstand des Gesamtprojektes“, erläutert Peter Scheich. Zum Verständnis: Eine -Fläche, die derzeit beispielsweise „alle Nutzungen außer Gewerbe vorsieht“ oder etwa „vorwiegend Wohnen, flexible Nutzung in allen Geschoßen“, ist naturgemäß zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fix und kann sich also im weiteren Ablauf des Projektes mehrfach verändern.

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Quelle: Immobilien Magazin - "Austrian Business News > Das Heft zur EXPO REAL 2010"
http://www.immobilien-magazin.at/

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