Von Christoph Berger – 13.08.10 – Kategorien: Allgemein
Im Januar 2009 gründete Martin Jendrischik das Online-Wirtschaftsmagazin Cleanthinking.de. Besprochen und bearbeitet werden dort sämtliche Facetten der Clean Tech-Branche. Wir sprachen mit Jendrischik über den Begriff Clean Thinking, seine Ambitionen mit der Online-Plattform und die Bedeutung von Immobilien im Kontext des Clean-Thinking-Gedankens.
Herr Jendrischik, was bedeutet für Sie Clean Thinking?
Clean Thinking ist eine neue Einstellung in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften. Es bedeutet, dass jedes Unternehmen, jedes Individuum darüber nachdenkt, ob das was es produziert, wie es produziert wird et cetera, wirklich nachhaltig und zukunftsfähig ist. Dabei stellen wir im Online-Magazin vor allem diejenigen Akteure vor, die wirklich ressourcenschonende und nachhaltige Produkte oder beispielsweise auch Verbesserungen in der Produktion schaffen.
Auf welche Bereiche und Branchen bezieht sich der Begriff?
Grundsätzlich sind Clean Technologies eine Querschnittsbranche und damit branchenübergreifend. In vielen Bereichen wie etwa der Automobilindustrie oder dem Gebäudesektor müssen die führenden Unternehmen inzwischen vorangehen, etwa durch den Einsatz Erneuerbarer Energien, die Auseinandersetzung mit Smart Metering oder dem Test der vielen kleinen Innovationen auf deren wirtschaftlichen Einsatz hin. Kernbranchen sind, wenn man es auf den Punkt bringt, Erneuerbare Energie, Elektromobilität beziehungsweise Verkehr, der große Bereich Energieeffizienz. Hinzu kommen bestehende Branchen wie etwa die Wasserwirtschaft, die sehr viel für den Einsatz von sauberen Technologien unternimmt.
Sie betreiben das Online-Wirtschaftsmagazin „Cleanthinking.de“. Was sind Ihre Ambitionen mit dem Magazin?
Wir sind in etwa einem Jahr zum führenden deutschsprachigen Online-Magazin für saubere Technologien aufgestiegen und konnten viele interessante Partnerschaften knüpfen. Diesen Status wollen wir natürlich gegenüber neuen Blogs und Magazinen verteidigen. Generell ist es das Ziel, kontinuierlich in der Besucherakzeptanz zu wachsen und damit einen kleinen Beitrag zu einer nachhaltigeren Wirtschaftswelt zu leisten.
Welches Potenzial liegt noch in dem Gedanken Clean Thinking?
Im Moment entsteht aus meiner Sicht eine neue Unternehmergeneration, die darauf setzt, gute Gewinne zu erwirtschaften, aber dabei immer die Schonung von Ressourcen, die Energieeffizienz und andere Themen des Begriffs Clean Thinking im Hinterkopf hat. Auch viele große Unternehmen setzen auf Nachhaltigkeit und entsprechende Maßnahmen. Dies ist ein unheimlich schöner Trend – wenn dieser eines Tages unter dem Begriff Clean Thinking-Generation zusammengefasst würde, wäre das natürlich schön (lacht).
Wie verbreitet ist der Begriff heute schon?
Clean Technologies ist ein Begriff, der sich allmählich auch in Deutschland durchsetzt. Eingegrenzter wird hier aber oft von Greentech oder Energie- und Umwelttechnik gesprochen. Clean Thinking erlangt durch unser Online-Magazin durchaus Bekanntheit. Dies ist aber ein langjähriger Prozess.
Welche Rolle spielen Immobilien bei dem Cleanthinking-Gedanken?
Immobilien spielen eine wichtige Rolle: Nehmen wir nur das Thema Smart Metering beziehungsweise den umfassenderen Begriff zur Steuerung von Geräten im Haushalt, Smart Home. Die Steuerung von Beleuchtung, Stromanschlüssen etwa alleine mittels iPhone ist doch eine sehr zukunftsträchtige Angelegenheit – zumal die Automation in Zukunft sehr viel erschwinglicher werden und den Premiumbereich verlassen wird. Einer der großen Energieversorger plant Fernsehwerbung zum Thema Smart Home. Hier liegt also ein ganz wichtiger Bereich.
Dazu spielt natürlich das Thema Gebäudeenergieeffizienz eine ganz wichtige Rolle: Sensoren, die im Büro die Heizung herunterfahren, weil jemand das Fenster öffnet oder IT, die sich selbst herunterfährt wenn der Schreibtisch verlassen wird sind genauso wichtig wie neue Stoffe, Materialien, die eingesetzt werden können.
Welche Möglichkeiten sehen sie noch für Immobilien?
Die Möglichkeiten sind unerschöpflich – bis hin zu überall integrierten Photovoltaik-Fensterscheiben, Dachziegeln etc.
Ist Clean Thinking auch mit der ganzheitlichen und nachhaltigen Betrachtung von Immobilien, dem Immobilienlebenszyklus, verknüpfbar?
Ja, definitiv – denn diese Ganzheitlichkeit reicht ja von der Planung über die Bewirtschaftung bis zum Recycling oder Abriss nach vielen Jahrzehnten – da steckt extrem viel Potenzial drin im Sinne von Clean Thinking.
Was wünschen Sie sich für Ihr Wirtschaftsmagazin?
Ich würde mir noch weitere engagierte Autoren wünschen, die – so wie Markus Czerner oder Jürgen Hüpohl auch – aus Eigenmotivation zum Erfolg beitragen wollen.
Auf welchem Weg wollen Sie diese Zeile erreichen?
Wir planen derzeit einen umfassenden Relaunch, um die Seite „magaziniger“ zu machen. Und wir wollen versuchen, konstanter und schneller wichtige Nachrichten zu bringen – die Grundmischung aus News-Berichten und Hintergrundinfos wird aber immer beibehalten werden.
Herr Jendrischik, vielen Dank für das Gespräch.
am 13. August 2010 um 13:17 Uhr
Sehr geehrte Herren,
mal abgesehen davon, dass dieses Interview sehr gestellt wirkt, sind Aussagen wie “Wir sind in etwa einem Jahr zum führenden deutschsprachigen Online-Magazin für saubere Technologien aufgestiegen” sehr fragwürdig.
Wird die Behauptung aufgestellt, dass Portal sei “führend” und trifft dies nicht zu (was nachweislich auch der Fall ist!), ist dies irreführende und unlautere Werbung und verstöst somit gegen das UWG.
Also Achtung lieber Herr Jendrischik!
Gruß, Thomas Lang
am 13. August 2010 um 14:15 Uhr
Sie haben hier alle Möglichkeiten die Ihrer Meinung nach führenden Portale zum gleichen Thema vorzustellen, dafür ist der Blog ja (auch) da. Sicher bin nicht nur ich interessiert dazuzulernen! Also Achtung, lieber Herr Lang! :-)
am 13. August 2010 um 15:47 Uhr
Nettes Interview, wobei man wirklich vorsichtig sein sollte mit ” Spitzenstellungswerbung”