Von Koray Karaali – 18.05.11 – Kategorien: Facility Management
Zum letzten Mal werden die Aussteller und Fachbesucher der CMS 2011 (20.-23.9.) über die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld zur wichtigsten europäischen Reinigungsfachmesse des Jahres nach Berlin einfliegen. Zur Jahresmitte 2012 wird der gesamte Flugverkehr der Hauptstadtregion über den neuen Airport Berlin Brandenburg International BBI abgewickelt. Während die Bauarbeiten für das wichtigste Infrastrukturprojekt Ostdeutschlands zügig voranschreiten und die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme am 3. Juni 2012 auf Hochtouren laufen, wird bereits jetzt das infrastrukturelle Management am künftigen Hauptstadt-Airport geplant. Dieses stellt sich bei einer vorgesehenen Startkapazität von bis zu 27 Millionen Passagieren und einer zu unterhaltenden Fläche von 1.470 Hektar als wahre Management-Aufgabe der Superlative dar.
Kundenzufriedenheit und Sauberkeit werden am BBI großgeschrieben. Die International Air Transport Association (IATA) veröffentlicht in ihrem Global Airport Monitor in regelmäßigen Abständen die Zufriedenheit von Passagieren mit den Flughäfen – auch in Punkto Sauberkeit. Es ist schon heute das erklärte Ziel, mit dem künftigen Hauptstadt-Flughafen BBI auf den vorderen Plätzen dabei zu sein.
259.000 Quadratmeter Bodenflächen, 229.000 Quadratmeter Glas- und Fassadenflächen und 138.000 Quadratmeter Glasdachflächen sind allein in den öffentlich zugänglichen Bereichen des Terminals, der Piers, den betriebsspezifischen Gebäuden, den Parkhäusern sowie weiteren Gebäuden stets sauber zu halten. Neben Beton und Stahl ist Glas ein wesentliches Material, das beim Bau des BBI zum Einsatz kommt. Insgesamt 12.766 Glasscheiben wurden allein am 715 Meter langen Hauptpier angebracht. Die 3,20 mal 3,20 Meter großen Scheiben bringen je 900 Kilogramm auf die Waage und verleihen der Terminalfassade ihr markantes Aussehen.
So anspruchsvoll die Architektur des Flughafens ist, so vielfältig sind die zu reinigenden Flächen. Von den Glasfasergeweben der Terminalmembran, über als Seilbinderkonstruktion gebaute Glasfassaden, Glasbrüstungen, Schichtwerkstoffe bis hin zu hochwertigen Echtholzfunierflächen – jede Fläche hat eigene Anforderungen an Reinigung und Materialieneinsatz. Die komplexen Höhenzüge des 32 Meter hohen Fluggastterminals erfordern den Einsatz einer Vielzahl unterschiedlicher Zugangstechniken sowie eine kontinuierliche Abstimmung mit den Passagierprozessen. So werden im Bereich der Außen- und Innenreinigung Industrie- und Fassadenkletterer, Hubsteiger, Rollgerüste und Hubarbeitsbühnen bis 30 Meter zum Einsatz kommen.
Im Terminal werden derzeit auf 120.000 Quadratmetern mehr als 300.000 Platten aus Jura-Kalkstein verlegt. Das entspricht der Jahresproduktion von sieben Steinbrüchen. Im Anschluss werden viele Bereiche wieder abgedeckt, so dass beim Einbau von Kabelschächten, Schildern oder Klimaanlagen der hochwertige Boden nicht beschädigt wird. Entsprechend sorgfältig ist dann auch bei der Reinigung zu verfahren. Um den empfindlichen Natursteinboden zu schonen, muss die Bereifung der Reinigungsmaschinen mit Schaumstoff ausgefüllt sein, statt regulär mit Luft. Darüber hinaus werden grundsätzlich weitestgehend umweltverträgliche und biologisch abbaubare Universalreiniger eingesetzt.
Spezielle Anforderungen eines Flughafens
Das Betreiben eines Flughafens folgt den Vorgaben aus dem Luftsicherheitsgesetz. Dort ist eine strikte Trennung zwischen Land- und Luftseite vorgeschrieben. Wie auch Passagiere und deren Gepäck müssen Mitarbeiter, Maschinen und Equipment einen geregelten Sicherheitscheck durchlaufen. Um ständiges Hin- und Herwechseln zu vermeiden, gibt es klare Regeln: Wer auf der Luftseite arbeitet, bleibt dort mit seinen Arbeitsmitteln. Mitarbeiter auf der Landseite wechseln nicht in den Luftsicherheitsbereich. Reinigungswagen müssen aus Kunststoff bestehen und auf der Luftseite den Sicherheitsansprüchen uneingeschränkt entsprechen. Fahrwege der Reinigungsmaschinen und Putzmittelwagen werden dem Reinigungsdienstleister vorgegeben und sind zwingend einzuhalten. Die Beachtung von Hygienevorschriften stellt einen wesentlichen Faktor bei der Zuordnung der Fahrwege dar.
Die Reinigungszyklen und die Logistik folgen den Anforderungen des Flughafenbetriebs. Sie werden in enger Abstimmung mit dem Bereich Aviation erarbeitet und richten sich primär an den Flugplänen der ankommenden oder abfliegenden Passagiere aus. So erfolgt die Grundreinigung von Warteräumen in passagierarmen Zeiten. Die WC-Reinigung wird vor und/oder im Anschluss von An- und Abflügen erfolgen, nicht währenddessen.
Rund um die Uhr werden die rund 350 Reinigungskräfte am künftigen Hauptstadt-Flughafen BBI im Einsatz sein. Auch wenn die Unterhaltsreinigung außerhalb der regulären Betriebszeit stattfinden wird, wird im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Großflächenreinigung, betriebsbegleitende Reinigungen wie die WC-Reinigung und punktuelle oder Ad hoc auftretende Verschmutzungen, aber auch die Entleerung der Abfallbehälter erfolgt innerhalb der regulären Betriebszeit.
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