Von Christoph Berger – 23.12.10 – Kategorien: Immobilien
Die Nebenkosten innerstädtischer Shopping-Center übersteigen Vergleichswerte von Grüne Wiese-Standorten um mehr als das Doppelte. Dies ist die Kernaussage der Studie “Retail OSCAR 2010″ von Jones Lang LaSalle. Insgesamt wurden dafür 41 Shopping-Center mit einer Mindestverkaufsfläche von jeweils 5.000 Quadratmetern untersucht. Berücksichtigt sind zu etwa gleichen Teilen innerstädtische und Stadtteil-Center sowie Standorte auf der Grünen Wiese.
Über alle Standorte ermittelt das Dienstleistungsunternehmen eine durchschnittliche Nebenkostenbelastung in Höhe von monatlich 4,29 Euro/m². Zwischen den Standort-Kategorien ermitteln die Researcher jedoch erhebliche Unterschiede. So übersteigen die Nebenkosten innerstädtischer Shopping-Center die Vergleichswerte von Grüne Wiese-Standorten um mehr als das Doppelte. Matthias Barthauer, Associate Director Research des Unternehmens: “Die höchsten Nebenkosten verzeichnen innerstädtische Standorte mit einem monatlichen Durchschnittswert von 5,34 Euro/m². Center in Stadtteillagen folgen mit 4,67 Euro/m². Die im Durchschnitt deutlich größeren Objekte auf der Grünen Wiese schlagen mit 2,27 Euro/m² zu Buche.”
Dienstleistungsbezogene Aufwendungen machen fast die Hälfte der Nebenkosten aus
Fast die Hälfte der Nebenkosten sind dienstleistungsbezogene Aufwendungen. Hierzu zählen neben der Verwaltung, die rund 20 Prozent der gesamten Nebenkosten ausmacht, die Reinigung, Hausmeistertätigkeiten sowie Wartung und Inspektion. Der zweitgrößte Kostenblock ist der Versorgungsbereich, der die Bereiche Strom und Heizung sowie Wasser und Kanal umfasst.
Deutliche Unterschiede bei Höhe und Verteilung der Kosten
In der Einzelbetrachtung zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Höhe und relativen Verteilung der Nebenkosten. So steigen mit zunehmender technischer Ausstattung notwendigerweise auch die Kosten für Wartung und Stromversorgung. Architektonische Besonderheiten wie aufwändige Glaskonstruktionen haben Einfluss auf die Reinigungskosten. Besonders der Standort und die Centergröße wirken sich in erheblichem Maße auf die Nebenkosten aus.
Barthauer sagt: “Ausschlaggebend für die Unterschiede ist neben der kommunal festgelegten Grundsteuer die Objektgröße. Während die untersuchten Innenstadt-Center im Durchschnitt rund 20.000 m² Verkaufsfläche bieten, kommen die Peripherie-Standorte auf einen Mittelwert von 43.000 m². Viele Nebenkosten lassen sich mit einem vergleichbaren absoluten Aufwand finanzieren, werden jedoch auf die Fläche umgelegt. Größere Standorte schneiden demzufolge entsprechend besser ab.”
Anmerkungen:
Die erhobenen Daten des „Retail Oscar 2010“ beziehen sich auf den Abrechnungszeitraum des Kalenderjahres 2008.
Bildnachweis: Michael Leps / pixelio.de