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Hindernisse beim nachhaltigen Bauen

Von – 18.05.10 – Kategorien: Lebenszyklus,Nachhaltigkeit

In den Kommentaren, bei Facebbook und Twitter hatte ich bereits auf die von Deutsche Bank Research veröffentlichte Studie “Nachhaltige Gebäude – Von der Nische zum Standard” hingewiesen. Nun will ich einen Punkt aus ihr nochmals genauer vorstellen – die Hindernisse beim Bau nachhaltiger Immobilien.

Nachdem die Autoren zu Beginn auf die Fakten zum Klimawandel und auf den daraus zu ziehenden Handlungsbedarf eingehen, wobei auch das ökologische Einsparpotenzial im Immobiliensektor vor dem Hintergrund des Lebenszyklus einer Immobilie erwähnt wird, beschreiben sie Hindernisse beim nachhaltigen Bauen. Sie schreiben: “Zunächst einmal kann von einem einheitlichen sektorübergreifenden ökologischen Potenzial nicht die Rede sein.” Dies deshalb, weil zwischen Büro-, Wohn- und öffentlichen Gebäuden zu unterscheiden ist. Bei allen drei Gruppen, bestehen unterschiedliche Anreize zum nachhaltigen Bauen, wobei es innerhalb jeder Gebäudekategorie ebenfalls zu großen Unterschieden kommen kann.

Unterschiedliche Investitionszyklen, uneinheitliche Bauvorschriften sowie die ungewisse Profitabilität von energieeffizienten Technologien werden dann als die Haupthindernisse benannt. Andrew J. Nelson, Oliver Rakau und Philipp Dörrenberg beschreiben es so: “Letztendlich muss sich die Investition für den Anleger oder Immobilieneigentümer rechnen, sei es aufgrund niedrigerer Betriebskosten, höherer Mieten, eines höheren Immobilienwertes oder durch staatliche Förderung. Bisher standen ökonomische und regulatorische Gründe sowie Informationsprobleme einem weiteren Anstieg der nachhaltigen Investitionen jedoch entgegen.”

Zertifikate könnten dem entgegenwirken, da sind sich die drei sicher, sie würden Nachhaltigkeit transparent machen. Allerdings gibt es noch keine weltweit verbindlichen Standards, was die sachkundige Entscheidung und die raschere Einführung von Green Buildings behindert. Die Einschätzung darüber, ob ein Gebäude nachhaltig ist, liegt demnach im Ermessen des Entscheiders.

Ein weiteres Manko sind laut der Studie unschlüssige Konzepte für die Einbeziehung von nachhaltigen Merkmalen in den Immobilienwert der Immobilienbewerter, bei Kreditgebern bestehe keine Einigkeit darüber, wie Nachhaltigkeitskriterien in der Risikobewertung zu berücksichtigen seien. Hinzu kommt, dass die Immobilienwirtschaft selbst noch nicht bereit ist, “von sich aus Standards und Kennzahlen zur Nachhaltigkeit von Gebäuden zu etablieren.”

Zu nennen ist bei den Hindernissen auch das “Agency-Problem” – die ungleiche Verteilung von Eigentümerkosten und Mieternutzen. Die Investitionskosten hat der Immobilieneigentümer zu tragen, den Hauptnutzen dann jedoch der Vermieter. Nach Ansicht der Autoren könnten “Grüne Mietverträge” hier Abhilfe schaffen. Allerdings sind sie noch nicht sonderlich verbreitet, in manchen Fällen würden sie gegen geltendes Recht verstoßen.

Störend für Investoren wirken sich zudem die Anfangsinvestitionen aus, die höher liegen als bei herkömmlichen Immobilien. Ein Fehler, muss doch der gesamte Lebenszyklus einer Immobilie betrachtet werden. Wählt man die ganzheitliche Betrachtungsweise, rentiert sich über den gesamten Anlagezeitraum die höhere Anfangsinvestition, die Kosten für Betrieb und Instandhaltung fallen niedriger aus. Für kurzfristige Renditen ist dies jedoch nichts.

Bildquelle: Thomas Max Müller/pixelio.de


Kommentare

Tweets die Hindernisse beim nachhaltigen Bauen -- ILM Forum – Der Blog über Nachhaltigkeit im Immobilien Lebenszyklus erwähnt -- Topsy.com

am 18. Mai 2010 um 17:15 Uhr

[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Juergen Lehmann, Jürgen Zastrow, Nachhaltigkeit RT, Christoph Berger, ilmforum und anderen erwähnt. ilmforum sagte: ilmforum: Hindernisse beim nachhaltigen Bauen http://www.ilmforum.de/nachhaltigkeit/hindernisse-beim-nachhaltigen-bauen.html [...]


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