Von Christoph Berger – 11.05.10 – Kategorien: Nachhaltigkeit
Von Green Buildings ist momentan überall zu lesen. Das Beratungsunternehmen Drees und Sommer hat sich daher des Themas angenommen und im letzten Sommer eine Marktstudie veröffentlicht, in der die Bedeutung der Grünen Gebäude für die Immobilienbranche von unterschiedlichen Blickwinkeln aus betrachtet wird. Wir stellen Ihnen hier die wichtigsten Ergebnisse vor.
56 Prozent von 274 an der Befragung teilgenommenen Unternehmen verstehen unter Green Buildings nachhaltig gebaute Gebäude, die energetisch weitaus besser sind als es die gesetzlichen Vorschriften verlangen. Immerhin noch 39 Prozent definieren sie als nachhaltig gebaute Gebäude, die bestimmten Zertifizierungsstandards entsprechen.
Was die Bedeutung von Green Buildings für die Immobilienbranche betrifft, ist die Mehrzahl der Unternehmen (74 Prozent) der Ansicht, dass sich der Trend hin zu Green Buildings verstärken wird, es mehr nachhaltig gebaut werden wird. 14 Prozent denken, dass in fünf Jahren nur noch Neubauten vermarktbar sind, die als Green Buildings gebaut wurden, zwölf Prozent meinen, das Thema werde zwar viel diskutiert, jedoch in konkreten Projekten nicht entsprechend umgesetzt.
Die treibende Kraft hin zu nachhaltigen Häusern sind nach Einschätzung von 87 Prozent der Befragten die steigenden Preise für Energie und Rohstoffe und das verstärkte Umweltbewusstsein. 64 Prozent nennen zudem die Nachfrage von Nutzern und Betreibern, 38 Prozent die gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie etwa Abschreibungsmöglichkeiten und attraktive Finanzierungsgebote.
Aufbauend darauf, kann wohl auch die nächste Einschätzung betrachtet werden. 71 Prozent der Unternehmen gehen nämlich davon aus, das Gebäude ohne Nachhaltigkeit in Zukunft überhaupt nicht mehr vermarktbar sind. 30 Prozent merken jedoch auch an, dass Green Buildings sich erst nach zehn Jahren amortisieren.
Doch 83 Prozent schätzen die Kosten im Vergleich zu konventionellen Gebäuden in der Planungs- und Bauphase zwar als höher ein, dies werde jedoch durch die später niedriger anfallenden Betriebskosten wieder ausgeglichen. Ein Drittel meint, dass sich der Ertrag der Grünen Immobilie trotz höherer Kosten erhöhen werde, 23 Prozent sind davon überzeugt, Green Buildings seien durch intelligente Planung annähernd kostenneutral zu realisieren.
Die in Abschnitt drei des Textes beschriebene Einschätzung, dass das Thema zwar viel diskutiert werde, konkret aber nicht entsprechend umgesetzt werde, scheint sich bei der Frage “Planen Sie in den kommenden zwei Jahren konkrete Projekte?” an die Unternehmen zu bewahrheiten. 43 Prozent geben an, einzelne Projekt als Green Buildings umzusetzen, 23 Prozent wollen nicht die “First Mover” sein, warten also ab und behalten das Thema im Auge, für 18 Prozent sind Green Buildings in diesem Zeitraum überhaupt kein Thema und nur zehn Prozent fahren eine Portfolio-Strategie, in der sie den gesamten Immobilienbestand nach Nachhaltigkeitskriterien optimieren wollen.
Auf die Frage “Welche Akteure halten Sie für die kompetentesten, wenn es um Green Buidlings geht?”, nannten 54 Prozent die Gruppe aus Planungs- und Projektmanagementbüros sowie Architekten. 37 Prozent nannten Institutionen oder Organisationen wie die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Übergreifendes, ganzheitliches Know-how im Bereich des energieeffizienten Bauens sehen 94 Prozent der Befragten als die Haupteigenschaften an, die Dienstleister für nachhaltiges Bauen mitbringen müssen. 43 Prozent nennen langjährige Erfahrungen in Green Building Projekten, 33 die Akkreditierung für die Zertifizierung.
Am bekanntesten bei letztgenanntem Punkt ist unter den Befragten das “Deutsche Gütesiegel Nachhahltiges Bauen” (66), gefolgt von LEED (46) und DENA (30). Deswegen würden auch 49 Prozent das Deutsche Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen anstreben.
Auch wenn vielleicht etwas zögerlich – da ist der Punkt mit den “First Movern” zu nennen -, insgesamt kann ein Trend hin zu Green Buildings festgestellt werden.
Bildnachweis: Markus Wegner/PIXELIO
am 11. Mai 2010 um 13:58 Uhr
Ganz frisch, gerade erst über meine RSS-Abos reinbekommen, passt dazu auch ein neues Themen-Special von DB Research: “Nachhaltige Gebäude – Von der Nische zum Standard”.
am 18. Mai 2010 um 16:11 Uhr
[...] den Kommentaren, bei Facebbook und Twitter hatte ich bereits auf die von Deutsche Bank Research veröffentlichte [...]