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Wohnen im Würfel?

Von – 18.11.10 – Kategorien: Nachhaltigkeit

Ein realer Wohn-Würfel mitten in der Natur – eine auch nachhaltig wirkende Idee?

Leben in der Natur – wer hat sich das nicht schon einmal vorgestellt? Zelten? Nicht für jeden was. Dass es trotzdem geht und ökologisch dazu, das ist die Mission von Diplom-Ingenieur Paul Roever, der sich von Leonardo da Vinci inspirieren ließ. Für eine ungewöhnliche Idee: Den realen Wohn-Würfel. Im Allgäu konzipiert, kann man ihn in München bestaunen. Wir sprachen mit Paul Roever, der auch Honorarkonsul der Republik Gabun in Bayern ist, über die Hintergründe und wie es weiter gehen soll.

1. Herr Roever, wer hatte die Idee zum transportablen Holzhaus und wie wurde sie geboren?

Paul Roever: Die Idee kam mir 2005 beim Betrachten des wachsend veröffentlichten „Vitruvischen Mannes“ von Leonardo da Vinci, der in einem Quadrat und einem Kreis steht. Den Kreis erkannte ich als den psychisch-sphärischen Raum einer Kugel und das Quadrat als den realen Wohn-Würfel.

2. Wie ging es dann weiter?

Paul Roever: Vitruv hat sich schon vor 2.000 Jahren zur Frage „der Raum des Menschen“ Gedanken gemacht. Ich leitete Studenten und einen Schreiner in Hindelang / Allgäu an, den Würfel als Wohnraum bzw. Lebensraum in der Natur herzustellen.

3. Welche Rahmenbedingungen erfüllt dieser doch sehr spezielle Wohnwürfel und kann man dort „richtig“ leben?

Paul Roever: Die Rahmenbedingungen, die konsequent eingehalten wurden, waren von mir wie folgt festgelegt :

  • Verwendung nur natürlicher Baustoffe
  • Autarkie gegenüber zentraler Infrastruktur
  • Entwicklung nach dem Prinzip des „Optimierter Minimalismus“ mit mobilen Funktionen.
  • Leichte Transportierbarkeit des Gesamtsystems
  • Sofortige Nutzungsmöglichkeit nach Entladung
  • Keine Fundamente sondern Erddübel
  • Sockelbereich für mehrstufige Nutzung und für Abstellmöglichkeiten bzw. Heizventilator.
  • Genehmigungsfreiheit
  • Keine bis geringe Unterhaltskosten
  • Geringe Herstellungskosten, Serienmöglichkeit
  • Risikofreiheit und hohe Gewinnmöglichkeiten für „Junge Unternehmer“

In der Natur ist es möglich, in der 255 cm Variante ein Leben alleine zu verbringen. In der 300 cm Variante auch für 2 Menschen, die sich gut verstehen.

4. Nehmen wir ein Beispiel: Ich lebe in Köln und möchte das Haus im Stadtwald aufbauen – da rückt mir der Kölsche Klüngel nicht auf die Pelle und sagt: Das dürfen Sie aber nicht?

Paul Roever: Sie können das im kölschen Stadtwald dann tun, wenn Sie die „Lebensskulptur“ als Forschungsprojekt ausgeben, sonst gelten folgende Voraussetzungen: Nicht im Naturschutz-, Landschaftsschutz oder Außenbereich. Jedoch genehmigungsfrei auf eigener oder gepachteten Flächen. Auch in Hotelparks oder ähnlichem, auf Dächern usw., ist das möglich.

5. Wie viele Häuser stehen schon wo?

Paul Roever: Der Würfel in Hindelang wurde fertiggestellt und – trotz des relativ hohen Aufwandes für diesen Prototyp – zu Selbstkosten an einen Naturschützer weiterverkauft. Der weiterentwickelte Würfel steht noch im Englischen Garten/München. Eine weitere fertige Variante steht in Lienz seit einer Ausstellung am Großglockner.

6. Wie sehen Ihre Zukunftsperspektiven aus?

Paul Roever: Ein vergrößertes Modell, das nur mit einer generellen Ausnahmegenehmigung auch transportfähig ist, befindet sich in Bearbeitung. Alle Würfel kommen bald auf die Loferer Alm im Salzburger Land, wo ein Hotel geplant ist. Im Englischen Garten ist allerdings schon jetzt eine „Trockenübung“ möglich. Und: Ein „Familienwürfel“ und eine „Dorfkonzeption“ sind in Bearbeitung…

Wir danken Herrn Paul Roever für das Interview!

Das Projekt Modulon auf youtube gibts hier!

Hier noch ein PDF indem das Modulon beschrieben wird.


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